Entstehung des Beendorfer Brauhaus

2007 besuchten Arne und Thomas einen Braukurs in der Museumsbrauerei Wippra. Dieser hinterließ bei den beiden nachhaltig Eindruck, so dass sie in den folgenden Jahren – anfänglich noch mit einfachsten Mitteln, später mit verschiedenen Hobbybrauersystemen – in der Garage im Papenweg ihr eigenes Bier brauten. Die Resonanz aus dem Freundes- und Bekanntenkreis war dabei stets positiv.

Daniel stieß 2012 dazu, nachdem er nach Helmstedt gezogen war und eine Familie gegründet hatte. Im Verlauf der Jahre entwickelten sich die Brauanlagen Stück für Stück weiter, und als sich Ende 2019 die Idee festsetzte, das Ganze gewerblich aufzuziehen, war schnell klar, dass der Ort für die Brauerei – Arnes ehemalige Garage – grundsätzlich auf Vordermann gebracht werden  musste. Also alles raus – vom Opel Kadett bis zu den ganzen anderen Dingen, die sich in einer Garage nun mal befinden.

Im ersten Schritt ging es an Boden, Wände und Decke: Der Boden erhielt eine Schicht lauge- und säurebeständiger Farbe, die bis auf ca. 115cm an der Wand hochgezogen wurde. Damit ergab sich ein fugenloser, abwaschbarer Fußboden. Wand und Decke wurden mit weißer Latexfarbe gestrichen. Hinzu kamen taghelle LED-Leuchten.

Ursprünglich war der Plan, mit zwei Malzrohr-Brausystemen mit ca. 80L Ertrag pro Brautag Erfahrungen zu sammeln und langsam zu wachsen. Allerdings wurde schnell deutlich, dass mit dieser Kapazität sehr schnell Grenzen erreicht sein würden, weshalb eine größere Brauanlage für die zweite Jahreshälfte ins Auge gefasst wurde. Aber wie heißt es so schön: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.

Im Mai ergab sich der Kontakt zu einer Mikrobrauerei, die sich in der Auflösung befand. Der Gründer und alleinige Mitarbeiter stieß sein gesamtes Brauequipment ab – und das Angebot passte genau zu dem, was in Beendorf benötigt wurde. Nach einer Besichtigung war klar, dass die gesamte Brauerei aufgekauft werden würde. Das Herzstück dieser Anschaffung war ein 300L-Brewtower sowie ein großer ZKG-Tank inkl. sämtlichen Zubehörs: Plattenwürzekühler, Pumpe, Kühlsystem für den Tank… zusätzlich noch ca. 80 11er-Kisten und 800 Longneck-Flaschen, Malz und Hefe, eine Jemi-Flaschenwaschmaschine und noch einiges mehr.

Da der Brewtower für die Möglichkeit eines Doppelsuds konstruiert ist, hatte sich die Produktionskapazität auf einen Schlag um das 7-Fache erhöht! Dazu kam auch, dass das Brauergebnis bzgl. der Qualität des Produkts noch einmal deutlich gesteigert werden konnte. Nachdem alles nach Beendorf transportiert worden war, ging es an die Einrichtung. Die Steuerung des Brewtowers musste ans Stromnetz angeschlossen, die Kühlung für den Gärtank angebaut werden. Nebenbei musste ein Hygiene- und Reinigungskonzept nach HACCP-Standard entwickelt werden.  Das führte zum Einsatz entsprechender Chemie (Lauge, Säure, Desinfektionsmittel) und somit zur Umstellung sämtlicher Prozesse.

Mittlerweile ist die Brauerei nach unserer Auffassung sehr gut aufgestellt. Zusätzlich zur Produktionsanlage wurden Flaschen, Kisten und Bierdeckel angeschafft. Es wurde am Rezept der ersten Biersorte – Beendorfer Altdeutsches –  gefeilt, Etiketten gedruckt und Gläser mit Logo des Beendorfer Brauhauses warten bereits auf zukünftige Gastronomiekunden… Es kann losgehen.

Im nächsten Schritt wurde eine neue Stromunterverteilung inkl. eigenem Sicherungskasten für den Brauereibereich sowie Starkstromanschlüsse verlegt. Auch ein Durchlauferhitzer wurde zur Warmwasserversorgung installiert. Stück für Stück wurde das Equipment erweitert: Edelstahlspüle, diverse Edelstahltische und -regale; ein Handhubwagen; eine vernünftige Waage; Paletten; usw.

Über drei Ecken ergab sich dann die Möglichkeit, eine gebrauchte Kühlzelle zu erwerben – irgendwo müssen die Fässer und Kisten ja auch bei entsprechend niedriger Temperatur gelagert werden. Für die Unterstützung beim Transport, Aufbau sowie bei der Installation der Kühltechnik vielen Dank an Ferris und Olli!

Da die Kühlzelle ursprünglich nicht für außen gedacht war, zimmerte Thomas noch ein Dach.

Ende September haben wir einen weiteren Schritt nach vorne gemacht: Vier weitere, größere ZKG-Gärtanks wurden geliefert, wodurch sich unsere Produktionskapazität erneut vervielfachte. In bewährter Manier haben wir uns mit den imposanten Tanks vertraut gemacht, eine Kühlungssteuerung angefertigt (erneut: Danke Olli!) und sie gereinigt.

Auch wenn unser Fokus noch eine ganze Weile auf dem Verkauf von Fassbier liegen wird, wollen wir unser Beendorfer selbstverständlich auch regelmäßig in Flaschen anbieten können. Zu diesem Zweck haben wir einen 1-Flaschen-Abfüller angeschafft, mit dem wir unser Bier nach Industriestandard mit Gegendruck und ohne Kontakt zu Sauerstoff in Flaschen abfüllen können. Der Prozess ist – gerade im Vergleich zum Abfüllen in Fässer – arbeits- und zeitaufwändig, aber wir sind tatsächlich zufrieden damit, dass wir mit dem Abfüllen 60x 0,5l pro Stunde in Flaschen abfüllen können.